Der Bau der neuen Schule 1926

Die Entwicklung der Kohlewerke, ab 1924 Aktiengesellschaft Sächsische Werke, hatte einen beträchtlichen Einfluß auf die Zunahme der Bevölkerung in Böhlen. Steigende Schülerzahlen machten das Unterrichten in der Schulstraße 11 (heute Kirchstraße) immer problematischer. Verhandlungen über einen Schulneubau wurden schon 1924 begonnen. Sie zogen sich aber sehr lange hin, weil der Schulbezirk weder das Geld noch Land hatte. Finanzielle Hilfe wurde von den Sächsischen Werken erbeten und nach langwierigen Verhandlungen und mehrfachen Änderungen der Baupläne genehmigte die Amtshauptmannschaft am 24. März 1926 den Schulneubau. Nach den Entwürfen von Dipl. Ing. Rötschke begannen sofort die Arbeiten auf dem Bau. Die Bauoberleitung lag in den Händen von Herrn Rötschke, als Bauführer fungierte Herr Baumeister Burghardt. Für die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten war Herr Baumeister Nietzschmann, für die Zimmererarbeiten die Herrn Zimmermeister Mocker und Schmidt zuständig. Die Ausschachtungsarbeiten und die Fertigstellung der Grundmauern dauerten nur drei Wochen, so daß schon am 17. April 1926 die feierliche Grundsteinlegung stattfinden konnte. Die weiteren Bauleistungen verliefen ohne Komplikationen, da Bauleitung und Bauausführung gut miteinander arbeiteten und auch des Wetter mitspielte. Bereits am 12. Juni 1926 konnte das Richtfest gefeiert werden. Trotz oder gerade wegen des Einsetzens einer Schlechtwetterperiode ging das Eindecken des Daches sehr rasch vor sich. Auch der Innenausbau machte große Fortschritte. "Unermüdlich wurde geschafft. Bald waren alle Bauhandwerker auf dem Baue vertreten; Dachdecker, Klempner, Tischler, Schlosser, Maler, Fliesen- und Parkettleger rührten die Hände. Nach Möglichkeit wurden die in Frage kommenden Arbeiten an Böhlener Bürger vergeben." vermerkt dazu die Weiheschrift für die neue Schule von 1926. Da bis zu diesem Bauabschnitt die Kosten nicht überschritten wurden, konnte auf der Sitzung des Bauausschußes am 23. Juli 1926 beschlossen werden, die Turnhalle doch zu bauen. Ohne Verzögerung wurde damit begonnen. Eine besondere Zierde bekam die Schule durch den Turm mit der Uhr. Sie war die erste Ortsuhr Böhlens; die Normaluhr, als Böhlener Wahrzeichen, wurde erst später errichtet. Der Schulbetrieb wurde am 8. November 1926 aufgenommen. Erster Schulleiter der neuen Schule wurde Herr Fritzsche, der nach unseren Kenntnissen bis 1930 dieses Amt begleitete.
   

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